214 Alarme, über 1.500 Mitglieder: Feuerwehr Großefehn blickt auf 2016 zurück

Anfang Januar treffen sich die Führungskräfte der neun Feuerwehren zu einer gemeinsamen Kommandositzung in der Gaststätte de Wall in Holtrop.

Zum ersten Mal leitete Gemeindebrandmeister Mario Lienemann die Sitzung mit fast 100 Teilnehmern der Feuerwehr und Gästen aus Rat und Verwaltung der Gemeinde Großefehn. Lienemann wurde im vergangenen Jahr als Nachfolger von Andreas Steenblock gewählt.

„Die freiwillige Feuerwehr Großefehn mit ihren fast 300 aktiven Mitgliedern und den insgesamt neun Ortswehren stellt eine starke Einheit dar. Aber auch jede einzelne Ortsfeuerwehr in ihren Wehrbezirken ist ein starker Partner im dörflichen Miteinander.“ Mit diesen Worten eröffnete Gemeindebrandmeister Mario Lienemann seinen Jahresbericht. „Die freiwillige Feuerwehr ist eine Institution der Kommunen. Die Feuerwehrfrauen und Männer setzen die sich für die Sicherheit in ihrer Gemeinde und zum Wohle der Bürger ein“, so Lienemann weiter.

Er nannte sogleich einige Beispiele aus dem vergangenen Jahr:

„Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person am Moorlager Weg in Aurich-Oldendorf“, so die Meldung auf den Meldeempfängern der Feuerwehrmitglieder. Eine schwersteingeklemmte Person musste aus einem völlig zerstörten PKW befreit werden.

Im April dann ein Großbrand in Mittegroßefehn. Feuerwehren aus ganz Großefehn, der Nachbargemeinde Wiesmoor und der Stadt Aurich waren gemeinsam im Einsatz. Die Brandruine an der Kreuzung zeugt noch heute von dem verheerenden Brand.

Personensuche eines Kindes in Spetzerfehn im Mai. Das Kind konnte zur Erleichterung aller Beteiligten wohlauf in der Nachbarschaft angetroffen werden.

Ein Dachstuhl stand nach einem Blitzschlag in der Reitstraße in Ostgroßefehn im August in Vollbrand. Auch hier arbeiteten die Kräfte aus Großefehn mit den Feuerwehrkolleginnen und -kollegen aus Wiesmoor mitten in der Nacht bei schwerem Gewitter und strömendem Regen zusammen.

Wenn der Alarm ausgelöst wird muss jeder Handgriff sitzen.

Dies waren nur einige Beispiele aus dem Einsatzgeschehen. „Insgesamt rückten die Feuerwehren 208 Mal aus“, so Lienemann. „Und darauf kommt es an“, so Lienemann, „wenn der Alarm ausgelöst wird, müssen besonne Entschlüsse gefasst werden und es muss jeder Handgriff sitzen. Eine große Aufgabe für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden in Großefehn.“

In den neun aktiven Wehren leisten 298 Feuerwehrmänner und –frauen Ihren freiwilligen Dienst. Hinzu kommen 105 Mitglieder der sieben Jugendfeuerwehren, 48 Mitglieder der mittlerweile drei Kinderfeuerwehren der Gemeinde und 84 Mitglieder der Seniorenabteilungen.

Auch die Einwohner Großefehns identifizieren sich mit „Ihrer“ Feuerwehr. So unterstützen 967 passive Mitglieder die Wehren der einzelnen Ortschaften. So zählt die Gemeindefeuerwehr insgesamt 1512 Mitglieder, mehr als 10 Prozent der Bevölkerung. „die Tendenz ist immer noch steigend“, erläutert Lienemann.

Es wurden 214 Einsätze der neun Feuerwehren gefahren, davon 139 Brand- und 75 Hilfeleistungseinsätze.

Der Ausbildungsstand in den Wehren ist hoch, so wurden allein im letzten Jahr 83 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene von den freiwilligen Kräften absolviert.

Wer nicht übt, wird nie erfahren, wo die Leistungsgrenzen von Mensch und Material sind.

Um die Zusammenarbeit der Ortwehren und der weiteren Hilfeleistungsorganisationen zu testen und zu verbessern, wurden neben mehreren kleinen Übungen auch zwei Großübungen im vergangenen Jahr gefahren. Hier wurde der Fokus auf die Rettung einer großen Anzahl von Verletzten unter Atemschutz und deren Behandlung geübt. „Vieles hat sehr gut funktioniert, aber auch Mängel in der Ausbildung oder der Ausstattung wurden erkannt“, so Lienemann „aber wer nicht übt, wird nie erfahren, wo die Leistungsgrenzen von Mensch und Material sind“. Lienemann ist sich sicher: „ Diese Erfahrungen werden uns bei den nächsten Einsätzen hilfreich sein.“

Die Feuerwehr ist ein Stützpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ob Osterfeuer, Maibaufeiern, Weihnachtsfeste oder Fackelumzüge. Die Feuerwehr ist präsent. Auch zahlreiche Blutspendetermine wurden in der Gemeinde organisiert, die Feuerwehren durften im letzten Jahr 1169 Spenderinnen und Spender begrüßen. Die Blindensammlung, welche die Feuerwehren in der Gemeinde organisieren ergab ein Sammelergebnis in Höhe von 3732,17 €. Auch hier: die Zahl der Spender steigt.

Lienemann berichtete über die personellen Änderungen innerhalb der einzelnen Wehren der Gemeinde. So wurden im vergangenen Jahr Jan Lauckner zum Ortsbrandmeister in Timmel und Hartmut Schoon zum Ostbrandmeister der Ortswehr Akelsbarg-Felde-Wrisse gewählt. Hans-Jürgen Heykes wurde erneut als Ortsbrandmeister in Spetzerfehn bestätigt. Als Ehrenbrandmeister wurde Ralf Weers ernannt.

Mario Lienemann wurde als Nachfolger von Andreas Steenblock zum Gemeindebrandmeister ernannt. Mario Eilers aus Strackholt wurde zu seinem Stellvertreter gewählt.

Die Investitionen betragen insgesamt über 4 Millionen Euro für die nächsten 10 Jahre.

Im März 2016 wurde das Feuerwehrkonzept im Fachausschuss der Gemeinde verabschiedet und vom Rat beschlossen. Das Weiterbestehen aller neun Ortsfeuerwehren wurde sowohl von der Politik als auch vom Gemeindekommando beschlossen. „Die Investitionen betragen insgesamt über 4 Millionen Euro für die nächsten 10 Jahre. Hierfür gilt mein großer Dank an den Gemeinderat und die Verwaltung für die gute Zusammenarbeit.“, so Lienemann.

Einige Punkte des Feuerwehrbedarfsplanes wurden im Jahr 2016 bereits umgesetzt. So wurde mit dem An- und Ausbau des Feuerwehrhause in Akelsbarg begonnen und der Einbau neuer Tore in Holtrop und Spetzerfehn bereits abgeschlossen.

Die Ausschreibungen der Neuanschaffungen zweiter Löschfahrzeuge für die Stützpunktwehren Holtrop und West-/Mittegroßefehn & Ulbargen wurden auf den Weg gebracht, mit der Auslieferung werde in 2018 gerechnet, so Lienemann.

Im Juli erfolgte die Übergabe eines neuen Brandschutzinfomobils an die Ortsfeuerwehr West-/Mittegroßefehn & Ulbargen.

Im Dezember wurde dem Beschluss zur Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Führungskräfte und Funktionsträger zugestimmt. Vor allem die Kinder- und Jugendfeuerwehrwarte mit ihren Stellvertreter sollten von der Erhöhung profitieren. „Das war auch der Wunsch des Gemeidefeuerwehrkommandos“, so Lienemann.

Lienemann dankte Bügermeister Olaf Meinen, dessen Vertreter Erwin Adams, Frank Cramer und Sandra Janssen vom Ordnungsamt, die dafür sorgen, dass alle Vorgänge zeitnah und sauber bearbeitet werden und alle notwendigen Neuanschaffungen und Reparaturen im letzten Jahr getätigt werden konnten.

Arbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehren

Gemeindejugendfeuerwehrwart Stefan Ernst berichtete von insgesamt 2.524 Stunden Jugendarbeit in den sieben Jugendfeuerwehren der Gemeinde. Er informierte, dass neben den Übungsdiensten in den einzelnen Feuerwehren auch 12 Jugendliche die Jugendflamme erhielten. 105 Jungen und Mädchen seien in der Jugendfeuerwehr und 45 Kinder in der Kinderfeuerwehr engagiert. „Eine beeindruckende Zahl“, so Ernst, „wir müssen uns um die Zukunft der Feuerwehren in Großefehn keine Sorgen machen“. Er dankte in diesem Zuge den Jugendfeuerwehrwarten und -wartinnen für die geleistete Arbeit.

Wer in die Jugend investiert, investiert in die Zukunft.

Ernst berichtet von der tollen Stimmung auf dem Bezirkszeltlager in Tannenhausen und dem sehr gelungenen Kreisfeuerwehrtag zum 50-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr West-/Mittegroßefehn. „Diese Veranstaltungen runden die Jugendarbeit ab und machen einfach sehr viel Spaß“, so Ernst.

Abschließend lobte Ernst die Arbeit in den drei Kinderfeuerwehren als wichtigen Eckpfeiler für die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr in Großefehn. Er schloss mit den Worten: „Wer in die Jugend investiert, investiert in die Zukunft“.

Mario Rolfs wurde anschließend für seine Tätigkeit als Gemeindepressesprecher der Feuerwehren zum Oberlöschmeister und Mario Lienemann als Gemeindebrandmeister zum 1. Hauptbrandmeister befördert.

Großer Respekt vor der Arbeit der freiwilligen Feuerwehrmänner und –frauen.

Bürgermeister Olaf Meinen lobte in seiner Ansprache die Arbeit der Feuerwehren in Großefehn. Er habe großen Respekt vor der Arbeit der freiwilligen Feuerwehrmänner und –frauen, gerade in Hinblick auf die vielen belastenden Einsätze, die immer wieder bewältigt werden müssten. Beeindruckt zeigte Meinen sich auch von der hohen Mitgliederzahl in Großefehn. „13 Übernahmen in die Aktive Wehr, das zeigt, wie gut die Kinder- und Jugendarbeit in den Feuerwehren Großefehns funktioniert“, so Meinen.

Meinen berichtete, dass es für die Besteuerung der Aufwandsentschädigungen für Lehrgangteilnahmen nun eine Lösung gäbe. Das Finanzamt hatte nach einer Steuerprüfung allen Feuerwehrangehörigen Änderungsbescheide für deren Aufwandsentschädigung bei Lehrgängen gesendet. Die Gemeinde werde die fälligen Steuern den betroffenen Feuerwehrmitglieder übernehmen, sicherte Meinen zu.

Wir haben ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Bau, Planung, Landwirtschaft, Feuerschutz und Umwelt – Onno Reents ging noch einmal auf das Feuerwehrkonzept der Gemeinde ein. „Der Inhalt des Konzeptes ist sehr gut, aber nicht in Stein gemeißelt“, so Reents. „Wir haben ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr, mit Fragen könnt Ihr immer zu uns kommen“, so Reents abschließend. Auch Ihn beeindrucke, dass die Feuerwehren in Großefehn Ihre Mitgliederzahlen noch steigern konnten.

Der demografische Wandel betrifft auch uns.

Regierungsbrandmeister Ernst Hemmen informierte über die Arbeit der Feuerwehr auf Landesebene. Er berichtete, dass eine Empfehlung für die Kleidung von Kinderfeuerwehren erarbeitet werde. Des Weiteren ging er auf den demografischen Wandel in der Gesellschaft ein. „Wir werden zu immer mehr Einsätzen alarmiert, in denen wir den Rettungsdienst zum Beispiel bei der Tragehilfe oder der Notfalltüröffnung unterstützen müssen.“, so Hemmen. Auch die Anzahl der Einsätze um Personen zu suchen erhöhe sich. „Auf diese Einsätze werden wir und in Zukunft einstellen müssen“, so Hemmen. „Ich freue mich, dass die Feuerwehr in Großefehn so gut aufgestellt ist, um auch diese Aufgaben zu bewältigen“, so Hemmen abschließend.

Nicht alle Mitglieder der gemeinsamen Kommandomitglieder konnten bis zum Ende der Veranstaltung beiwohnen, da während der Sitzung einige Feuerwehren zu einem Schuppenbrand nach Akelsbarg alarmiert wurden. „Auch das zeigt, dass wir für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger rund um die Uhr zur Verfügung stehen,“ sagte Lienemann abschließend und danke allen Feuerwehrmännern und –frauen für Ihren Einsatz.

Die Feuerwehren in Großefehn in Zahlen:

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Copyright: Mario Rolfs. Bitte fragen Sie mich (m.rolfs@feuerwehr-grossefehn.de), falls Sie die Inhalte dieses Artikels verwenden möchten.

Lukas Crysandt

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